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Sedimentmanagement
Die Flussgebietseinheit Elbe hat im Rahmen der Erstellung des ersten und zweiten Bewirtschaftungszyklus wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen für das Einzugsgebiet der Elbe identifiziert, für die länderübergreifend abgestimmte Bewirtschaftungsansätze formuliert wurden.
Integriertes Sedimentmanagement - Leitlinien und gute Praktiken im Zusammenhang mit der Wasserrahmenrichtlinie (2022)
Der Leitfaden der EU-Kommission sensibilisiert für die Frage, warum und wie das Sedimentmanagement in die Flussgebietsbewirtschaftung aus Sicht der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu integrieren ist. Das Dokument lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schlüsselbotschaften (Quantität, Qualität) in Bezug auf das Sedimentmanagement und regt eine bessere Einbeziehung von Maßnahmen in Bewirtschaftungspläne nach WRRL an.
EU-Leitfaden zum integrierten Sedimentmanagment 2022 (pdf-Datei, 18,2 MB)
Kapitel 1 (Sedimentdynamik vom Oberlauf bis zum Meer) ist das einführende Kapitel. Es beschreibt insbesondere die Prozesse des Sedimenttransports auf der Einzugsgebietsebene, die Bedeutung von Sedimenten für aquatische Ökosysteme sowie die Anforderungen der WRRL und anderer Richtlinien in Bezug auf Sedimentmenge und Sedimentbelastung.
Kapitel 2 (Sedimentmenge) hilft bei der Bewertung der Sedimentmenge. Es liefert wichtige Informationen zu den Aspekten der Sedimentversorgung, der Kontinuität, dem Mangel oder Überschuss an Sedimenten, die zur Unterstützung natürlicher Prozesse und charakteristischer Lebensräume erforderlich sind, sowie Veränderungen des Größenverhältnisses und der Zusammensetzung der Sedimente auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Ebenen. Außerdem unterstützt es bei der Festlegung der am besten geeigneten Maßnahmen zur Optimierung der Dynamik der Sedimentmenge.
Kapitel 3 (Sedimentbelastung) liefert die notwendigen Informationen und Instrumente, um potenzielle stoffliche Belastungen zu bewerten und anzugehen. Betrachtet werden insbesondere toxische Stoffe und Nährstoffe mit Ausnahme von Mikroplastik. Das Kapitel gibt Hilfestellung, die Ursachen der Verschmutzung zu verstehen und die am besten geeigneten Maßnahmen zur Verhinderung der Belastung an der Quelle oder entsprechende Sanierungsmaßnahmen zu definieren.
Kapitel 4 (Integrierte Sedimentmanagementplanung) soll den an der Wasserbewirtschaftung Beteiligten dabei helfen, im Rahmen der Bewirtschaftungspläne eine integrierte Sedimentmanagementplanung zu entwickeln und umzusetzen. Die aufgezeigten Konzepte und Empfehlungen wurden auf der Grundlage von Erfahrungen und Fallstudien zum Sedimentmanagement in verschiedenen Teilen Europas entwickelt.
Sedimentmanagementkonzept für die Flussgebietseinheit Elbe
Eine dieser wichtigen Bewirtschaftungsfragen stellt die Belastung durch Schadstoffeinträge dar. Die Flussgebietsgemeinschaft Elbe erkannte bereits im Bewirtschaftungsplan 2009 für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Elbe an, dass „eine Zielerreichung für den Belastungsschwerpunkt Schadstoffe […] ohne eine Lösung der partikulären Schadstoffproblematik im Flussgebiet der Elbe nicht denkbar“ (FGG Elbe 2009) ist.
Der feststoffgebundene Schadstofftransport ist u. a. dafür verantwortlich, dass derzeit im Elbeeinzugsgebiet der gute chemische Zustand nach Wasserrahmenrichtlinie sowie in der Nordsee der gute Umweltzustand nach Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie verfehlt wird.
Als fachliche Grundlage für die Maßnahmenplanung innerhalb der Flussgebietseinheit Elbe behandelt das nationale Sedimentmanagementkonzept der Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG Elbe) bzw. internationale Sedimentmanagementkonzept der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) überregionale Fragestellungen, die von der partikulären Schadstoffbelastung und den Defiziten im Sedimenthaushalt der Elbe und ihrer relevanten Nebenflüsse ausgehen.
Es werden teileinzugsgebietsscharf relevante Quelltypen und -regionen erfasst sowie Handlungsempfehlungen zur Verringerung der stofflichen Sedimentbelastung und zur Herstellung eines ausgeglichenen Sedimenthaushalts genannt.
Das Sedimentmanagementkonzept verfolgt einen integralen Ansatz, d. h. es kombiniert quantitative, qualitative und hydromorphologische Sedimentaspekte und berücksichtigt umwelt- und nutzungsbezogene Belange (Ökosystemleistungen, Schifffahrt, Fischerei, Landwirtschaft etc.).
Sedimentmanagement im Bereich der Tideelbe
Zur Erreichung eines ausgeglichenen Sedimenthaushaltes müssen u. a. bestehende Baggerkreisläufe durchbrochen werden. Dazu kann es sinnvoll sein, zeitweise Sedimente deutlich stromab zu verbringen. Hierbei sind wegen vielfältiger Nutzungen und gewässer- sowie naturschutzrechtlicher Anforderungen (z. B. Schutzgebiete) Interessenkonflikte auszugleichen, insbesondere da mit dieser ggf. weiträumigeren Verbringung auch eine entsprechende, gegenüber dem natürlichen Transport anthropogen bedingte, beschleunigte Verbringung von Schadstoffen verbunden wäre.
Nachhaltiges Ziel ist ein flexibles, adaptives Sedimentmanagement. Unterschiedliche Verbringbereiche sollen nach festzulegenden Kriterien insbesondere in Abhängigkeit vom Oberwasser (flexibel) beschickt werden. Das Vorgehen soll durch ein angemessenes Monitoring begleitet werden, so dass ggf. erforderliche Anpassungen vorgenommen werden können, um die unterschiedlichen Zielstellungen erfüllen zu können (adaptiv).
Strombau- und Sedimentmanagementkonzept für die Tideelbe
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und die Hamburg Port Authority unterhalten die Tideelbe für die Schifffahrt. Gemeinsam tragen sie Verantwortung ein funktionierendes Strombau- und Sedimentmanagement innerhalb der Tideelbe. Aus diesem Grund haben sie ein zuständigkeitsübergreifendes Konzept erarbeitet, welches Handlungsalternativen abwägt und Umsetzungsschritte aufzeigt.
Strombau- und Sedimentmanagementkonzept für die Tideelbe (pdf-Datei, 0,6 MB)
Systemstudien für die Tideelbe
Speziell im Hinblick auf den Umgang mit Baggergut im gesamten Tidebereich hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde im Auftrag vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg und der Hamburg Port Authority die Systemstudie „Untersuchungen zum Umlagern von Sedimenten im Küstenbereich (Systemstudie I, 2008)“ und die erweiterte Systemstudie „Sedimentmanagement Tideelbe – Strategien und Potentiale (Systemstudie II, 2014)“ erarbeitet.
Angestrebt wird ein möglichst ausgeglichener Feinsedimenthaushalt im Ästuar, so dass es weder zu einer übermäßigen Anreicherung noch Ausräumung von Feinsediment kommt. Maxime bei der Sicherung der erforderlichen Wassertiefen sind möglichst geringe (Gesamt-)Baggermengen und die Minimierung der medienübergreifenden Umweltauswirkungen sowie der Kosten.






